Catch your dream...
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 17. Oktober 2010 um 12:37 Uhr Geschrieben von: Reinhold Fode
Mark Dörner brachte mich mit seinen Clips „Stahl und Beton“ auf die Idee einen Fluss zu beangeln. Doch wohin sollte die Reise gehen? Auf einen Tidebereich hatte ich nicht wirklich Lust und die Plätze die Interessant waren sind mit dem Auto nicht erreichbar gewesen, sollte ich mir eine Mofa kaufen und mir die Plätze anschauen oder mein Tackle mit dieser dort hin fahren? Oh je klopfte mir mit der Hand gegen den Kopf, diese Gedanken sollte aus meinem Hirn…
Da stand ich wieder mit der gleichen Frage und keine Antwort lag parat! Welches Gewässer, welcher Ort, wo lohnt es sich hin? Ich glaubte wenn ich mich erst einmal ins Auto setzten würde, würde sich schon noch was ergeben. Einen Sonntag hatte ich dann nur für mich, die Familie war im Urlaub lagen am Strand und erholten sich. Ich hatte das Schlauchboot, Motor und Echolot im Gepäck und fuhr los. Ich konnte während der Autofahrt die ersten Blicke über die Deiche riskieren und die Elbe sehen, die riesigen Pötte die aussahen wie schwimmende Hochhäuser waren schon echt beeindruckend. Da stand ich nun zwischen den ersten Buhnenköpfen und schaute auf dieses riesige Gewässer, beeindruckt von den fehlenden Wassermassen und den unendlichen vielen Spaziergängern mit und ohne Hunden, etlichen Drachen die den Himmel schmückten und hunderten von Feuerstätten im Sand, verlor ich die Lust an diesem Gewässer zu fischen. Auch weitere Kilometer zu fuß an der Elbe entlang kamen mir immer mehr Zweifel, das ich auf jeden Fall den Herbst hier auch nicht verbringen möchte.
Es waren mehrer Stunden vergangen, das Netbook wieder auf dem Beifahrersitz gestellt und Google Maps geöffnet fuhr ich noch weitere Kanäle, kleine Flüsse und Gräben ab, doch alles war irgendwie nicht das Richtige!
In der Dämmerung fand ich dennoch einen Fluss der in dem Bereich in dem ich mich mit Fahrzeug befand ziemlich breit war, doch die Zeit war zu knapp um noch das Schlauchboot aufzupumpen, somit entschloss ich mich in der folgende Woche dort noch einmal hinzufahren um dann den Bereich abzuleuchten. Gesagt! Getan, nachmittags los, schnell das Boot zu Wasser und ich hatte meine Perle gefunden. Einige Plätze waren nur mit dem Boot erreichbar und absolut unberührt von jeglichen Anglern so war es für mich klar hier willst du fischen. Ich konnte unter den herab hängenden Bäumen die ersten Fische erkennen und auch das Echlot zeigt mir ein paar interessante Spots auf denen ich am liebsten sofort meine Montage platzieren wollte, doch ich musste zurück. Die nächsten Tage waren voller Planungen und Überlegungen, das Tackle war schon bereit zum einpacken. Kurz noch die Sitzbank aus dem Bus ausgebaut und alles rein…
Es lagen vier Nächte vor mir, die Temperaturen waren mittlerweile auch schon ein wenig niedriger geworden, somit war es schon wieder am Tage ein wenig erträglicher geworden.
Der Regen hielt ein paar Tage an und somit wurden auch die Wassertemperaturen ein wenig nach unten gedrückt, der Wind wurde mehr und ich hatte beste Bedingungen.
Die Montage waren schnell und dennoch gut überlegt im Wasser, dennoch störte mich ein umgefallender Baum im Wasser derartig, das ich eine meiner Rig´s noch einmal neu platzierte, die Gefahr war mir einfach viel zu hoch das sich ein Fisch da drin verfangen könnte.
Zurück am Land, erwartete mich schon etwas langhaariges, nacktes an meinem Platz.
Was war es?
Männlein oder Weiblein?
Es waren drei Paare die FKK Baden wollten und das in diesem kalten Wasser und zudem noch an meinem Platz. Nach einem kurzem Gespräch zogen sie ab und sprangen vergnügt 200m weiter ins kalte Wasser. Kopfschüttelnder Weise duckte ich mit in den Eingang meines Zeltes und machte es mir erst einmal bei einem kühlem Bier bequem auf der Liege.
Das Wasser war Spiegel glatt nicht eine Fischaktivität war an der Oberfläche zu sehen und den Haubentaucher schmeckten meine Murmeln vorzüglich, nur bei den 30igern bekamen sie Probleme mit dem Schlucken, dennoch als ob der Kiefer ausgehakt wurde verschlangen sie auch diese mit einem quälenden Geräusch.
Ich versank ein wenig auf meiner Liege, doch was war es für ein Geräusch was mich weckte?
Kein Bissanzeiger!
Keine Sounderbox!
Es war eine Ente die schnatternder Weise in meinem Eingang stand und nach etwas essbaren gierte, ich schaute nach etwas Brot und lockte sie allmählich wieder hinaus.
Nun lag ich wieder entspannt auf der Liege, die Gedanken noch bei der Neugier der Ente, da schallte ein Dauerton aus meiner Box, blitzartig hatte ich die Rute in der Hand die sich bis zum Handteil krümmte und konnte dann einen schönen 18 Pfund Fisch auf die Matte legen.
Den Fisch versorgt, hieß es die Rute wieder raus bringen , plötzlich kam es zu einem Wolkenbruch, dass ich bis auf die Unterhose nass war, am Ufer wieder angekommen, die neuen Klamotten angezogen, da pfiff auch schon die nächste Rute ab.
Ich dachte nur was für ein Stress und plötzlich dann das, Doppelrun! Ich schaute zum Himmel, das darf doch alles heute nicht wahr sein, den ersten Fisch im Kescher, schnell gesackt, die zweite Rute aufgenommen und wie sollte es auch anders sein der Fisch hing in dem Baum.
Ab ins Boot und rüber auf die andere Seite, der Fisch hing fest, es blieb mir nichts anderes übrig, dass Boot am Baum befestigt das Keschernetz gelöst, die Hose und den Pulli aus und ab ins 14 Grad kalte Wasser. Verdammt, es war kalt! Ich konnte den Fisch ertasten, das Keschernetz umschloss ihn und ich löste die Montage aus dem Baum. Schnell wieder ins Boot auf der anderen Seite angekommen ab in die warmen Klamotten und die Heizung im Zelt auf die höchste Stufe gestellt, damit es nachdem ich die Bilder gemacht habe es schön angenehm warm habe. Mir wurde aber auch schon so ein wenig wärmer, denn ich hatte den Fisch noch nicht gesehen der sich im Baum verfing sondern nur gefühlt und es fühlt sich gut.
Das Keschernetz aus dem Wasser, den Fisch auf die Matte und ein leichtes grinsen zog sich über mein Gesicht. Die Aufregung hatte sich gelohnt es war ein 31 Pfünder der da lag.
Ach, was rührte sich da, da war doch noch einer im Sack. Rauf auf die Matte und was ich sah, einen verletzten Fisch an der Schwanzflosse, es war schon mal vernarbt so wie es aussah und nun ein wenig aufgerissen. Mein Herz blutete wie seine WundeL
Die Fische schwammen wieder in ihrem Gewässer und ich machte die Ruten fertig, schöpfte ein wenig Wasser aus dem Boot und freute mich auf meine Liege bei einer bulligen Hitze, bloß die Heizung aus. Nachdem ich mir mein Abendbrot in der Pfanne zubereitete schlummert ich ein und wach am nächsten Morgen gegen Mittag auf .
Die Sonne strahlte am Himmel, doch die nächste Wolkenfront stand schon parat, schnell noch die Montagen kontrolliert ging der Wolkenbruch auch schon wieder los und es regnete den kompletten Tag durch. Ich saß auf meiner Liege und schaut hinaus, was für ein Wetter, der Herbst scheint zukommen und man kann nichts dran ändern.
Ich freute mich auf eine warme Suppe und lass ein wenig in sämtlichen Zeitschriften, das prasselnde Geräusch der Regentropfen auf der Haut meines Zeltes, ließ mich langsam einschlafen.
Die Sounderbox weckte mich auf es war ein Brassen, dass konnte ich raushören.
Raus!!! Was für ein Gedanke!
Der Regen prasselte so stark das nicht mal der Klang aus dem Radio meine Ohren erreichte.
Es nützte nichts…
Wieder aus den nassen Jacke raus zum trocknen hingelegt neben der Heizung bei noch müden Augen schreit die Sounderbox schon aus allen Löchern.
Ein Schuppi erblickt das Keschernetz, absolut makellos und schlank…einfach nur herrlich diesem Fisch wieder hinterher zu schauen.
Kaum die Rute wieder auf dem gleichem Spot und schon wieder erblickt ein Schuppi den Kescher. Der Fisch ähnelt dem vorherigem Schuppi doch sehr, das Gewicht identisch nur das Schuppenbild etwas anders. Waren es Zwillinge? Freudig und Spritzig gleitet der Fisch in sein Gewässer.
Ich hatte noch zwei Nächte vor mir und freute mich riesig auf diese kalten und feuchten Nächte, doch was in diesen noch geschah möchte ich euch in meinem Bericht Teil II schreiben, der dann auch zu lesen ist unter www.noblecarp.com im Blog.
Nur soviel 104cm lang…
In diesem Sinne….Catch your dream…
Soul Team Deutschland
